Forschung: Dialogos-Projekt

Institut für Religionswissenschaft und Religionspädagogik

"Interreligiöse und interkulturelle Dialoginitiativen in Deutschland: eine quantitative und qualitative Studie"

Interreligiöses wie interkulturelles Lernen findet in heute nicht nur in den bekannten Bildungsinstitutionen statt, sondern wird seit einigen Jahren auch durch zivilgesellschaftliches, oft ehrenamtliches Engagement aus verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen heraus und im Rahmen von Dialoginitiativen entwickelt. Es gibt inzwischen bundesweit recht viele Dialogprojekte, deren Bestreben es ist, Vertrauen zu schaffen und die Integration des Islams in Deutschland zu fördern. Sie operieren auf verschiedenen Ebenen, entsprechend unterscheiden sich ihre Arbeitsweisen und Ziele. Dabei stellt sich die Frage, ob und unter welchen Bedingungen ein interkultureller und interreligiöser Austausch gelingt und was er in gesellschafts- bzw. integrationspolitischer Hinsicht bewirken kann.

Aufbauend auf den Ergebnissen des im Jahr 2006 abgeschlossenen Evaluationsprojekts zum interkulturellen und interreligiösen Dialog soll nun eine Weiterentwicklung und Vertiefung des bereits bearbeiteten Themenkomplexes geleistet werden. Im Rahmen des neuen Forschungsprojekts wird eine umfassende qualitative wie quantitative Evaluierung bestehender Initiativen durchgeführt, mit dem Ziel, die gesellschaftspolitische Bedeutung des interkulturellen und -religiösen Dialogs als Diskursfeld zu erfassen. Damit wird zugleich eine wissenschaftlich bislang wenig beachtete Materie bearbeitet.

Um Einsichten darüber zu gewinnen, inwiefern und mit welchen Maßnahmen interreligiöse Dialoge zur Förderung von Toleranz in der Gesellschaft beitragen, sollen bundesweit Dialoginitiativen systematisch erfasst werden. Sowohl die vorgefundenen Kommunikationsstrukturen als auch die Konfliktbearbeitungsstrategien der Initiativen werden dabei in den Blick genommen. Darüber hinaus geht es darum, die Rahmenbedingungen zu beleuchten, die zu einem Gelingen solcher Dialoge beitragen können. Dazu werden Standards gelingender Dialogpraxis formuliert und Empfehlungen im Sinne von good practices herausgearbeitet. Mit der Analyse der Kommunikations- und Konfliktschemata wird zugleich die Basis für praxisrelevante, zielführende Handlungsstrategien gelegt.

Die qualitative Bearbeitung erfolgt insbesondere über teilnehmende Beobachtungen, deren Ergebnisse methodisch im Sinne der objektiven Hermeneutik und der Diskursanalyse zu bewerten sind. Die quantitative Erhebung soll Gemeinsamkeiten und Unterschiede in den Arbeitsweisen und Ausrichtungen bestehender Dialoginitiativen grundlegend erfassen. Ihre Ergebnisse bilden den Grundstock einer interaktiven Internetdatenbank zur Bereitstellung und Diskussion der Forschungsergebnisse. Die Datenbank soll den Initiativen selbst wie auch anderen InteressentInnen zukünftig nicht nur einen besseren Überblick bieten, sondern gleichzeitig den Informations- und Erfahrungsaustausch erleichtern. So wird ein virtueller Lernort geschaffen, der seine NutzerInnen durch Vernetzung der bestehenden Projekte vielfältig anregt.

Projektleitung: Prof. Dr. Gritt Klinkhammer
ProjektmitarbeiterInnen: Dr. Hans-Ludwig Frese, Dipl.-Pol. Ayla Satilmis,  Dipl.-Pol. Tina Seibert
Geförderte Laufzeit: Mai 2008-Dezember 2010
Finanzierung: BMFSFJ, BMI, Universität Bremen, Bundesprogramm „VIELFALT TUT GUT“. Jugend für Vielfalt, Toleranz und Demokratie


Das Forschungsprojekt ist beendet. Den Abschlussbericht können Sie hier als PDF-Datei einsehen oder im Buchhandel erwerben (ISBN 9783887227227).